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Urlaub in Lettland

Von Texterin | 28.Juni 2018

Sandstrand auf 500 Kilometer Länge, und trotzdem (noch) keine Touristenherden: Lettland ist das bei Besuchern am wenigsten bekannte Land im Baltikum. Etwas mehr als 1,8 Millionen machten 2014 in dem an die Ostsee und die Rigaer Bucht grenzenden Land halt.

Dabei hat Lettland mit seiner flachen Landschaft und den warmen, trockenen Sommermonaten und schneereichen Wintern einiges zu bieten. Deutscher Orden, schwedische Herrscher, polnische Herren und zuletzt Sowjets haben ihre Spuren hinterlassen, von der Architektur bis zur Küche mit ihren Kartoffelgerichten, kalten Suppen, Schwarzbrot und Fischgerichten.

Sogar in den Casinos vor allem in Riga macht sich das bemerkbar: Glückspiel ist in ganz Lettland beliebt – das Land liegt europaweit an vierter Stelle, was Spielstätten anbelangt, aber während die Slot Maschinen die üblichen sind, werden Pokerspieler sich wundern. Die hiesige Variante ist das in den 90er Jahren aufgetauchte Russische Poker (in den USA wird es häufig als Chinesisches Poker bezeichnet), und mit dem althergebrachten Kartenspiel hat es nicht mehr viel zu tun. Es lohnt sich also, sich vorher mit den Regeln vertraut zu machen.

Riga ist eine alte Stadt, mit stolzer hanseatischer Tradition auch was die Architektur anbelangt. Und sie ist voller Lebensfreude. Es muss nicht einmal Live-Musik sein, um die Leute im Sommer auf den Straßen tanzen zu lassen. Ein Transistorradio genügt auch. Dann wird die Nacht zum Tag gemacht.

Rigas Strände sind ebenfalls voll, und wenn auch das Wasser kalt sein mag, Badespaß gehört dazu. Nur 20 Kilometer von Riga entfernt verbindet Jurmala Strandvergnügen, buntes Treiben und SPAs mit kilometerlangen Fichtenwäldchen, die den Strand säumen.

Kultur und Geschichte lassen sich im Schloss und Museum Rundale oder im „Göttergarten“ Turaida samt Burg und Museum erleben.

Die Letten feiern gern. Fackelumzüge und bunte Trachten markieren im ganzen Land am 24. Juni das Jani-Fest, eine Variante der westlichen Mittsommernacht.

Strände und Badeorte, Campingplätze und sogar Kurorte laden zum Entspannen ein. Außerhalb Rigas ist das Land meist dünn besiedelt und die Natur fast unberührt. Störche und Schreiadler nisten auch außerhalb der Nationalparks (Gauja ist auf jeden Fall einen Besuch wert). Wölfe sind ebenfalls nicht selten, und sogar rund ein Dutzend Braunbären wurden hier noch 2015 gesichtet – kaum verwunderlich in einem Land, das zu 42 Prozent aus Wald besteht.

Bärentöter Placsesis ist der in einem 130 Jahre alten Volksepos gefeierte Nationalheilige. Er ist der Sohn eines Menschen und einer Bärin, der unter anderem gegen einen Bären und Ungeheuer kämpfte, ein Schloss von einem Fluch und die Hexe von einem Pakt mit dem Teufel befreite, ehe er durch eine Hinterlist besiegt wurde. Mit seinem Tod begann die Fremdherrschaft, die erst 1990 mit der Unabhängigkeitserklärung endete.  Gefeiert wird der Bärentöter jedes Jahr am 11. November.

Der Großteil der lettischen Bevölkerung spricht noch immer Russisch – lettisch ist trotz aller Bemühungen noch immer in der Minderheit. Vor allem die jüngeren Bewohner sprechen oft auch Englisch und zum Teil auch Deutsch, so dass es vor allem in den Städten immer Wege zur Verständigung gibt. Hilfreich ist auch ein Sprachführer mit gängigen Phrasen.

Touristen vor allem aus dem Westen sind willkommen, und wer bereit ist, Land und Leute zu mögen, kann mit einem herzlichen Empfang rechnen.

Topics: Lettland, Reisen & Länder